… war der dieser, vorerst letzte, Beitrag unserer kleinen Auszeit. Wir drehen kurz vor Søby ab: Kurs Kieler Förde. Uns erreicht eine Nachricht die jegliches weiterreisen vorerst beendet und wir nutzen den noch vorhandenen Wind um schnellstmöglich Richtung Heimat zu gelangen. Und so segeln wir an diesem Tag insgesamt 70 sm und erreichen Schilksee gegen Mitternacht. Die nächsten zwei Tage sollen die vorerst heissesten mit 38 Grad werden. Wir springen am nächsten Morgen noch einmal in die Ostsee und nehmen Kurs zum NOK. Glücklicherweise müssen wir nicht lange vor der Schleuse Kiel Kreise drehen. Weiter geht es mit kurzem Zwischenstop zum abkühlen in den Flemhuder See und für die Nacht zur Gieselau Schleuse. Hier erwarten uns doch tatsächlich die ersten Mücken dieser Reise überhaupt! Am nächsten morgen geht es früh weiter nach Brunsbüttel. Kurzer Stop und Familientreffen. Am Nachmittag starten wir dann bei Niedrigwasser zur letzten Etappe – zurück nach Hause. Wir schleusen erfreulicherweise wieder schnell und dieses mal komplett alleine, rollen auf der Elbe nur die Genua aus und rauschen mit auflaufend Wasser und frischem Westwind die 15 sm in unseren Heimathafen.
Die nächsten Wochen wird es hier etwas ruhiger. Aber: unsere Reise wird weitergehen und dann nehmen wir alle die möchten wieder mit.
… ist unser nächster Stop. Wir treffen Freunde in Middelfahrt und verbringen zwei gemeinsame Tage vor Anker. In der ersten Nacht entscheiden wir uns spontan den Hafen in Middelfahrt zu verlassen und zusammen mit der “Esmeralda“ vor Middelfahrt zu ankern. Es wird ein fröhlicher Abend – ist es doch auch schön einmal wieder bekannte Gesichter zu sehen. Am nächsten Tag segeln wir bei besten Bedingungen gemeinsam etwa 30 sm nach Dyvig in den Als Sund und ankern vor dem wunderschönen Dyvig Badhotel. Ankerlieger zahlen beim anlanden mit ihrem Dinghy 5€ – was wir völlig in Ordnung finden. Immerhin können wir auch WC nutzen und Müll entsorgen. Bei so günstigen Übernachtungspreisen der letzten Abende gönnen wir uns ein Abendessen im edlen Badhotel. Wir können absolut empfehlen: der Service und das Essen waren das Geld wert. Absolute Empfehlung: der Irish Coffee. Nie einen so guten erhalten! Wer hier einmal herkommt: zu empfehlen ist übrigens der kleine Hafen Mjels Vig. Einfach nach der engen Einfahrt nach Dyvig rechts der Betonnung folgen. Hier gibt es Morgens die schönsten Brötchentüten (wenn man denn bei der netten Hafenmeisterin Brötchen bestellt)- einfach mal ausprobieren. Im Ort gibt es eine Brauerei. Leider hatten wir bei unseren letzten Besuchen nie Glück und haben uns immer die Nase gestossen. Von hier aus kann man auch wunderbar nach Dyvig spazieren. Am nächsten morgen trennen sich unsere Wege. Die “Esmeralda“ muss leider zurück nach Kappeln und wir planen die nächsten warmen Tage in der dänischen Südsee zu verbringen. Es soll ja sehr heiss werden …
… und die Reise geht weiter südwärts. Wir verlassen Anholt natürlich nicht ohne den eigens auf Anholt produzierten Gin zu probieren und auch nicht ohne einen Sundowner am letzten Abend in der Orakel-Bar zu geniessen. Beides können wir empfehlen. Sicher, am Strand zu sitzen und die Sonne untergehen zu sehen geht auch einige Meter abseits hervorragend. Allerdings sollte man sich die Atmosphäre in der Bar auf jeden Fall einmal gönnen.
Wir starten auf Anholt am späteren Vormittag und segeln die 52 sm in die Ebeltoft Vig wo wir vor Mols Bjerge für 2 Nächte ankern. Anfangs begleitet uns noch eine ordentliche Welle, wir kommen aber bei durchschnittlichen 10 Knoten Wind und viel Sonne gut voran. So macht segeln Spass. Wir geniessen absolute Ruhe auf unserem Ankerplatz. Herrlich nach einer Woche Dauerwind im Hafen. Wir baden, leider nicht ganz unbefangen. Die gesamte Reise über begleiten uns in diesem Jahr extrem viele Feuerquallen. So geht immer einer nach dem anderen schwimmen. Einer hält immer Ausschau nach den bösen “Gelben Haarquallen“. Sie sind wunderschön aber eine Berührung mit den Tentakeln (welche bis zu 30m! lang werden können) möchten wir doch vermeiden.
Weiter gehtˋs südwärts: wir haben zwar noch ausreichend Zeit aber auch die Rückreise gehört bei uns zur kleinen Auszeit dazu und so segeln wir 42 sm weiter zur Insel Samsø. Vom Hafen Kolby Käs wurde uns abgeraten, wir steuern diesen aus praktischen Gründen dennoch an und sind sehr zufrieden. Sicherlich nicht der schönste Ort aber er bietet uns alles was wir benötigen. Es gibt sogar eine Brotkiste, einen Gemüsestand und frische Erdbeeren. Wer länger bleiben möchte kann sich hier sogar ein Auto ausleihen oder ergattert eines von den vorhandenen Fahrrädern. Es ist auf jeden Fall ein sehr ruhiger Platz ohne viel Trubel. Beim ersten Landgang stossen wir am verlassen Parkplatz (ehemaliger Fähranleger) auf einen kleinen Food-Truck. Wir freuen uns schon auf einfache Pommes nach der langen Fahrt und werden überrascht: keine Imbiss-Bude! Hier, am verlassenen Ort steht ein kleiner “Gourmet“ Wagen. Es gibt 4 Gerichte zur Auswahl inklusiver kleiner Weinauswahl. Kurzentschlossen bestellen wir uns Krabbekløer – Knieper. Das sind die Scheren des Taschenkrebses. Unglaublich lecker, mit frischem Brot, Salat und Aioli geniessen wir. Und das nicht alleine: es hat sich anscheinend herumgesprochen das es hier solche Delikatessen gibt. So sitzen wir zwischen Dänen, welche sich hübsch aufgemacht auf diesen Parkplatz treffen, um auf einfachen Holzbänken sitzend einen schönen Abend zu haben. Alleine das wäre uns die Reise hierher wert. Am Abend hatten wir leider keinen Fotoapparat dabei – am nächsten Morgen haben wir es aber noch einmal festgehalten.
Die Vorhersagen für die nächsten Tage sagen viel Wind aus der falschen Richtung voraus. Also frühzeitig los und Richtung Middelfahrt. Der Wind dreht leider nicht wie angekündigt auf Nordwest und so kreuzen wir mühevoll gegen Südwest an. Der Wind und die Welle nehmen natürlich beständig zu. Wir werden geduscht, haben zum ersten Mal Deck zu Wasser. Den größten Teil der Strecke segeln wir bei 20-25 Knoten Wind. In Spitzen bis 32 Knoten. Da macht segeln irgendwann keinen Spass mehr. Zumindest nicht auf diesem Kurs. Es gibt kaum Alternativen und so kreuzen wir und kämpfen uns auch ein wenig nach Juelsminde durch. Gesegelte Strecke 35 sm in 8 Stunden. Danach erst einmal trocken legen. Glücklicherweise scheint die Sonne und es ist warm. Da ist der anstrengende Part recht schnell verdrängt. Vergessen ist er nie. Und bringt mich, Sandra, jedesmal ein Stückchen weiter. Ich lerne in solchen Situationen dazu und werde immer sicherer und entspannter. Kann mich voll auf meinen Skipper und das Boot verlassen. Der Sturmvogel ist ein seegängiges Schiff und vermittelt mir eine ungeheure Sicherheit. Die Bewegungen sind sanft, kein hektisches hin und herknallen, sondern sanfte Bewegungen. Sie taucht geschmeidig in die Wellen ein, legt sich ohne Hektik und richtet sich langsam wieder auf. Ich glaube ich kann noch viel von ihr lernen … hat sie doch schon so viel mehr erlebt mit ihren fast 100 Jahren.
… spontan. Wir verlassen Lerkil am regnerischen Vormittag bei Wind aus West / Südwest und kreuzen auf. Wir hangeln uns entlang der Westküste südwärts, wollen mindestens nach Varberg, lieber Halmstad. Nach 3 Stunden sind wir immer noch nicht sehr weit: mit 4-6 Knoten Fahrt auf einer kappeligen Kreuz und die Regenwolken immer mit uns. Am Wind laufen wir gut, stecken ab wo wir bei Kurs 200 Grad landen: Anholt. Da wollten wir bei Start der Reise schon hin. Es ist 15 Uhr Nachmittag, Entfernung ca. 40sm, Wetter gut, Wind mässig, abnehmend. Dieselvorrat für den Fall der Fälle ist ausreichend vorhanden und so ist die Entscheidung schnell gefallen. Kurs Anholt. Das Verkehrstrennugsgebiet und die lange Einfahrt rund ums Flach bei Anholt verlängert die Fahrt etwas aber wir laufen gut, die letzten 10 sm schläft der Wind etwas ein und wir motoren. Pünktlich um Mitternacht und noch vor dem Gewitter finden wir einen Platz im gefüllten Hafen. Die Nacht ist kurz: wir kommen erst um 2 Uhr in den Schlaf und werden um 6 Uhr schon wieder geweckt. Das Nachbarboot legt ab und benötigt Hilfe. Wir sind nicht böse denn so kommen wir an die frischesten Brötchen und erleben ein nettes Hafenkino mit Fischern und Segelbooten, die den Hafen vor dem angekündigten frischen Wind rechtzeitig verlassen wollen. Nach einer dann doch noch kurzen Vormittagsruhe schauen wir uns erst einmal um und sind sofort angetan. Was für eine wunderschöne Insel. Lütt‘n hat sich in der Nacht schon direkt in sie verliebt: feinster Sandstrand, soweit das Auge reicht. Dünen, zum verstecken und grün an den Anhöhen. So der erste Eindruck vom Hafen aus. Am Hafen selber gibt es wenige, aber gute Einkehrmöglichkeiten: für den kleinen Hunger Imbisse und ein, zwei Restaurants und viele kleine Buden mit unterschiedlichsten Leckereien. Wir entdecken die besten Fischfrikadellen bei Frank. Unbedingt testen! Der Hafen hat einen grossen Grillplatz wo bei gutem Wetter ab 17:30 Uhr eingeheizt wird, denn: auf der gesamten Insel ist jegliches Feuermachen strengstens verboten. Zutaten für den Grillabend findet man im hervorragend sortierten Kaufmann. Wir bleiben. Wir beschliessen hier ein wenig “Urlaub vom Urlaub“ zu machen. Baden, spazieren gehen, Sandstrand geniessen … Das Wetter unterstützt diese Idee: es ist und bleibt die Tage über ordentlich windig und unser nächstes Ziel liegt ca. 50 sm entfernt. So warten wir gerne auf ein entsprechendes Wetterfenster. Anholt ist Dänemarks drittgrösste Insel (nach Grönland und Bornholm) und die vom Festland am weitesten abgelegende. Ein Spaziergang um die Insel ist 22 km lang und führt durch eine tolle Landschaft. Verlässt man den Sandstrand kann man durch Europas grösste zusammenhängende Flechtenheide spazieren. 90% der Insel stehen unter Naturschutz. Es gibt eine Fähre ab/bis Grenaa die nur einmal täglich fährt: das hat den Vorteil das Tagestouristen wegfallen. Es sind auschliesslich Übernachtungsgäste auf der Insel: das meiste sind sicherlich Segler aber es gibt auch einen kleinen Campingplatz an der Nordseite und wenige Ferienhäuser im Zentrum der Insel. Die Dünenlandschaft im Osten der Insel ist wunderschön. Im Westen der Insel erstreckt sich eine Hügelkette, bewachsen von dichten Wäldern. Hier haben wir schon einmal Wachholder gesammelt. Für unseren Urlaubs-Gin der nach der Reise angesetzt wird. Es gibt tolle Wanderpfade: hoch bis zum höchsten Punkt der Insel zum Sønderbjerg zum Beispiel. Immerhin 48 Meter und eine grandiose Aussicht garantiert. Natürlich lassen wir uns auch einmal die Delikatesse der Insel „Jomfruhummer“ schmecken. In Deutschland auch Kaisergranat oder Jungfrauenhummer genannt. Wir spazieren kilometerlang am unglaublich feinen Strand, baden, sammeln Steine, klönen mit anderen Seglern, essen Eis (hausgemacht an der kleinen Bude Richtung Campingplatz: sehr zu empfehlen die Sorte Apfel-Basilikum), lesen. „Urlaub vom Urlaub“ eben. Einwehen kann so schön sein. Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal auf Anholt.
… denn: es ist doch so schön hier in der Schärenwelt. Bevor wir Malmön verlassen verschlägt uns noch ein kurzer Besuch im Loppis = Flohmarkt. Wunderschön in einer alten Fischerhütte entdecken wir hier unsere Rum-Becher. Passend für unser Rumfass haben wir nun eine tolle und sinnvolle Erinnerung gefunden. Wieder einmal mit einem schönen Gespräch – überhaupt kommen wir überall schnell mit Einheimischen und Seglern ins Gespräch. Das mag oft am Sturmvogel und auch an Lütt‘n liegen. Klassische Boote sind tatsächlich kaum anzutreffen. Daher fallen wir in den Häfen schon auf. Bevor es weitergeht geht einer von uns tauchen: beim Abwasch ist unser Kaffeesieb über Bord gegangen. Sandra hat abgewaschen – Carsten taucht. Da passt heute die Aufteilung doch mal. Weiter geht´s: also weil es so schön ist drehen wir auch noch eine Runde um die Insel Orust. Ansässige Werften wie Halberg Rassy, Vindö oder Malö besuchen wir nicht – werfen nur einen Blick hinüber. Viel schöner ist die Landschaft die uns umgibt. Wunderschönstes Landschaftssegeln erwartet uns hier. Niedliche, kleine Häfen und wieder unzählige Ankerplätze – man könnte tagelang hier verweilen. Wir bleiben drei Tage: Ellös mit dem besten Bäcker (unbedingt Kanelbullar mit Zitrone testen!), Vindön – ein kleiner Hafen mit anliegendem Campingplatz und eine Nacht an einem grandiosen Ankerplatz an einer Schäre (Stora Dyrön). Auf dem Weg hierher konnten wir bei Flautesegeln einmal wieder zwei Makrelen angeln. Carsten hat Geschmack an Austern gefunden und so gab es zum zweiten Mal frischeste Austern zur Vorspeise. Am Abend werden wir noch von zwei schwimmenden Hirschen überrascht – leider war kein Fotoapparat zur Hand. Wir genossen gerade den Rotwein oben auf der Schäre als unterhalb von uns zwei Tiere die Schären wechselten. Einige Eindrücke bleiben eben nur in Erinnerung – was schön und gut ist. Am nächsten Tag segeln wir 30 sm nach Vrängö. Bestes Wetter und beste Bedingungen. Fast ein wenig viel Sonne. Unterwegs weichen wir einem Regattafeld aus. International ist hierunterwegs. Spannend anzusehen. Der Hafen von Vrängö ist klein, gemütlich, überschaubar. Wir treffen auf bekannte Gesichter. Wie klein die Welt doch ist. Es ist Donnerstag und es ist deutlich zu spüren das die Ferien der Schweden losgehen – es wird Zeit für uns … auf überfüllte Häfen haben wir keine Lust. Ein kleiner Spaziergang über die recht karge Insel, Räucherfisch einkaufen und weiter. Wir kommen nur 15 sm weit. Eine harte Kreuz und so entschliessen wir nach 3,5 Stunden den nächsten Hafen anzulaufen. Für die Nacht sind 6 bft vorhergesagt – da macht ankern nicht viel Spaß und der Bereich, dass wir uns hinter einer Schäre verstecken können, ist fast vorbei. So nehmen wir was es gibt: wir landen in Lerkil. Hier bereiten wir schon einmal alles für die Weiterfahrt vor. Ein Ort zum Bleiben ist es für uns nicht – nach einer grossen Hunderunde beschliessen wir am nächsten Morgen auf jeden Fall weiterzuziehen. Pünktlich am Abend kommt dann ordentlich Wind und Regen. So können wir endlich einmal wieder Fotos sortieren und berichten. Unter Deck ist es ja auch gemütlich – und warm ist es sowieso.
… gehört dazu. Wir verlassen die Kosterinsel unter Segel bei bis zu 20 Knoten Wind aus Südwest, kreuzen auf und rauschen mit bis zu 8 Knoten Fahrt Richtung Festland. Bestes Segelwetter und wenig Welle schiebt uns wieder in die Schärenwelt. Wir suchen uns ein einsames Plätzchen und machen erstmals an einer Schäre fest. Wir checken Tiefe und Abfall der Schäre via Kartenmaterial, fahren langsam an die Schäre heran und können dank klarer Sicht bis auf den Grund den geradlinigen Abfall der Schäre ausmachen. Es befinden sich zwei verankerte Augbolzen im Gestein und so kann einer von uns übersteigen und das Boot über den Bug hin festmachen. Der Rudergänger hat inzwischen den Heckanker gesetzt. Wir liegen absolut windgeschützt an einer Schäre nah Havstensund und erleben mal wieder einen wunderschönen Abend. Mit frischen Austern und Miesmuscheln. Selbstverständlich selber gesammelt. Leider ist der Himmel bewölkt und so verschieben wir einfach unsere wolkenfreie Mitsommernacht. Der nächste Tag startet erst sonnig, entwickelt sich im laufe des Tages aber in ein graues Bild und so entschliessen wir am Abend doch noch ein wenig weiterzuziehen. Frisches Obst und Gemüse einkaufen, tanken und Wasser auffüllen stehen auch auf dem Programm. Die 10 sm nach Grebestadd haben es in sich: motoren wir anfangs noch aus der Schärenwelt heraus erwartet uns auf dem wirklich kurzen Stück, zum offen Skagerrak ordentlich Welle. Während des Tages hatte sich bei 15-20 Knoten Wind eine ordentliche See aufgebaut. Diese staute sich zwischen den Schären zu einer kurzen, steilen See mit bis zu 3,5 Metern auf. Zu unserem Vergnügen auch noch längsseits. Unter Genua passieren wir die kurze Strecke von ca. 2 Meilen. Hinter der nächsten Schäre war der Spuk schon wieder vorbei und wir segeln weiter in den Hafen. In Grebestadd waren wir vor kurzem schon einmal: da war von Trubel noch nichts zu erkennen. Das war nun völlig anders: die kleinen Ferienhäuser an der Hafenkante sind bewohnt und jeder zeigt was er hat. Hafenkino pur. Wir haken unsere “to do“ Liste ab, baden noch einmal und weiter geht es in die Schärenwelt. Es ist Freitag und Start der Feiertage um Mitsommer zu spüren. 6 Meter Motorboote mit 60 PS Außenborder – noch nie haben wir solche Mengen gesehen. Wir suchen uns wieder einen wunderschönen Platz. Alleinlage längsseits an einer Schäre. Dieses Mal heisst sie Norra Lyngö. Wir fendern Sturmvogel ordentlich ab und liegen wieder herrlich windgeschützt und geniessen unsere Mitsommernacht: wolkenloser Himmel, Mückenfrei und still. Die Bilder sprechen wieder einmal für sich. Zum Thema festmachen an einer Schäre gibt es zahlreiche Berichte. Daher gehen wir hier nicht näher darauf ein aber eins sei gesagt: alles nicht so schlimm. Am besten bei Windstille einmal ausprobieren. Wobei: bei Wind liegt man eh sicher im Hafen. Wir segeln bzw. motoren am nächsten Nachmittag weiter nach Malmön. Hier liegen wir im Bohus Fischereihafen. Wunderschön entlang kleiner Fischerhäuschen welche im Sommer den Sommergästen vorbehalten sind. Wir bleiben einen Tag länger, schlafen aus genießen das erste mal Regen am Vormittag unter Deck. Selbst Lütt‘n kommt da vor 12 Uhr nicht aus der Koje. Bohus-Malmön ist eine kleine Insel (4 x 2 km) mit einer abwechslungsreichen Umgebung. Stätten von der Ära der Steinmetze wechseln sich mit Sandstränden ab. Ein Wanderweg (10km) führt durch die Landschaft. Im Yachthafen auf Malmön gibt es ein, zwei Restaurants und einen Supermarkt. Hier kann man es gut aushalten.
… wieder. Der Wind steht, soweit wir vorausschauen können, kräftig gegen uns. Wieder einmal wird abgewogen: gegenan kämpfen? Kommen wir um die Ecke? Was sagt die Zeit? Wir haben zwar noch einige Wochen vor uns, möchten aber segeln und nicht nur kleine Sprünge gegenan machen um dann im Hafen festzusitzen. Kurzerhand planen wir den günstigen Wind am nächsten Tag zu nutzen und machen uns von Stavern auf zu den Kosterinseln in Schweden. Am letzten Abend in Norwegen springen wir noch einmal ins Wasser. Das musste auf jeden Fall noch sein! In der Nacht wurden wir dann noch einmal unsanft geweckt. Ein Crewmitglied des benachbarten Bootes war Nachts um 2 Uhr ins Wasser gefallen und kam mit Hilfe seines Mitseglers nicht mehr auf den Steg. Wir packen mit an und ziehen den älteren Herrn heraus. Lag es nun an dem einen Glas zuviel? Wissen wir nicht. Am nächsten Morgen schaut der Herr nur beschämt weg. Wir starten Mittags: eine flotte Fahrt bringt uns die 35 sm in 6 Stunden ins Örtchen Västra. Wir hatten schöne 10-20 Knoten Wind, reichlich See aber bei ordentlicher Fahrt ist das mit dem Sturmvogel viel Spass. Wir befahren die Kosterinseln von Süd-West kommend. Wunderschöne, rundgespülte Schären erwarten uns wieder. Der kleine Hafen in Västra befindet sich genau zwischen Nord- und Südkoster. Mit einer kleiner Seilfähre können Fussgänger in wenigen Minuten für 15SEK die Seiten wechseln. Beide Inseln sind eine Reise wert: der Nationalpark Kosterhavet ist Schwedens einziger Meeresnationalpark. Man kann wunderbar die Küsten entlanglaufen, durch zahlreiche Wälder spazieren oder auch mit Boot oder Kajak die Küsten erkundschaften. Das Schönste: die Inseln sind Autofrei. Es gibt zahlreiche Robbenkolonien. Die Strände laden zum baden ein. Für den täglichen Bedarf gibt es einen gut sortierten ICA Markt auf Süd-Koster. Gefühlt werden die Inseln von Norwegern beherbergt – aufgrund der Nähe und der günstigeren Preise nachzuvollziehen. Ob das wirklich gut ist fragen wir uns aber schon. Die wunderschönen Sommerhäuser sind für Einheimische bzw. für Schweden selber kaum noch zu finanzieren. Das erinnert uns direkt an unsere nordfriesischen Inseln vor der Haustür. Aber: wir verbringen 2 wunderschöne Tage und kommen endlich mal wieder ordentlich in Bewegung.
… nun doch endlich. Nachdem wir aufgrund der Windsituation schon in Gedanken weiterhin in Schweden und Dänemark zu bleiben waren, hat‘s uns heute bei einem wunderschönen Segeltag nach Norwegen gebracht. Wir haben unter Segeln die wunderschöne Ankerbucht verlassen – nicht ohne vorher noch einen ausgiebigen Spaziergang auf der kleinen Insel mit Lütt‘n (inklusive zahlreicher Zecken) zu machen. Wir visieren die Kostersinseln an, es läuft aber gerade wunderbar und Norwegen ist nicht weit: also segeln wir bei Sonne und guten 10 Bft. die 25 sm nach Edholmen in Norwegen. Hier liegen wir wieder in einer wunderschönen Bucht mit moderner Hafenanlage. Zum Glück noch leer und der Betrieb noch nicht fertiggestellt. Bar zahlen ist nicht möglich (wir haben keine norwegischen Kronen), Kartenleser ist noch nicht in Betrieb und weit und breit kein Geldautomat. Also wird es günstig für uns. Das alternativ angebotene Bier lehnt der Hafenmeister dankend ab. Doppelt gespart.
Wir entscheiden den Weg weiter nach Westen anzupeilen. Am nächsten Morgen geht es früh los. Wir möchten den Oslofjord queren und es ist wenig Wind vorhergesagt. Für die knapp 30 sm bräuchten wir unter Motor etwa 6 Stunden. Nach 2 Stunden erreichen wir wieder das offenen Wasser: Skagerrak kurz vor Einfahrt zum Oslofjord. Passend frischt der Wind auf und wir können anfangs entspannt, später sportlich die Strecke nach Stavern segeln. Mit aufkreuzen waren es dann doch 45 sm.
Stavern hat eine relativ grosse Hafenanlage, ist aber sehr gemütlich. Es soll der Ort mit den meisten Sonnentagen in Norwegen sein: 200 an der Zahl. Wir liegen am Gästeschlengel und haben einen tollen Ausblick. Abends gibt‘s endlich einmal wieder Pizza. Extra ohne Schinken. Dankenderweise haben sie uns dann Salami gegeben. Vielleicht hätten wir erwähnen sollen das wir grundsätzlich kein Fleisch haben möchten. Egal. Lütt‘n freut sich und ich esse drumherum. War mit 49€ ja auch ein Schnäppchen.
Der nächste Tag soll dann mal wieder ein Lütt’n-Tag (Hafentag) sein. Ausschlafen und einmal mehr als nur die Hafenanlage sehen. Und das lohnt sich: werden hier doch wunderschöne offene Holzboote restauriert und gefahren. Wir schauen uns die Boote und natürlich auch die Fredriksvern Werft an. Die Fredsskipene Boote werden von ihren Eignern liebevoll restauriert und gepflegt. Originalgetreu mit ausschliesslich Motoren der Firma Sleipner. Natürlich kommen wir ins Gespräch.
Am Nachmittag zieht dann ordentlich Wind und Regen auf: das macht nichts. Hatten wir doch die letzten Tage ausreichend Sonne und können so mal wieder gemütlich unter Deck sitzen und uns um Logbuch, Fotos und Reisebericht kümmern. Ausserdem kommen so auch einmal die eingeweckten Suppen zum Einsatz.
… ab in den Schärengarten. Da der kräftige Westwind einfach nicht nachgeben möchte gehen wir, bevor wir einen Hafenkollaps bekommen, weiter Richtung Norden. Nur diesmal versteckt hinter den Schären und nicht auf dem freien Skagerrak. Die Schären, kleine felsige Inseln, entstanden durch Eiszeiten. Sie haben alle eine flache, abgerundete Form und sind wenige Quadratmeter bis einige Quadratkilometer gross. Wir ziehen etwa 25 sm weiter nach Grebbestad. Die Fahrt dorthin ist wunderbar. Landschaftlich äusserst reizvoll und recht abwechslungsreich: Schären kahl, bewachsen, bebaut, mit Hafen oder Tieren …Grebbestad ist ein kleiner Ort welcher einer der populärsten Seebäder der Westküste sein soll. Um diese Jahreszeit ist davon – zum Glück- noch nichts zu spüren. Wir liegen etwas abseits und haben ein schönes Panorama auf die umliegenden Felsen. Grebbestad ist auch der Heimathafen mehrerer Schleppnetzfischer. Es ist Montag – und somit liegen die Schiffe alle noch fest im Hafen. Sie fangen hauptsächlich Garnelen und Krebse. Wir werfen die Angel kurz vor Mitternacht aus: 2 Makrelen für das morgige Abendessen sind innerhalb von 10 Minuten gefangen. Es ist wieder eine laue Nacht mit Vollmond und hellem Horizont gen Norden. Dunkel wird es hier nicht mehr. Am nächsten Nachmittag ziehen wir unter Vorsegel 10sm weiter in eine traumhaft schöne Ankerbucht nähe Havstenssund. Die Brandung draussen war immer noch unangenehm und so haben wir wieder den Weg zwischen den Schären gewählt. Lüttˋn ist begeistert: geht es doch endlich einmal wieder mit dem Dinghy zu einem Strand. Abends werden die Makrelen zu einem kleinen Festmahl verarbeitet. Morgen werden wir die Rute wieder auswerfen und vielleicht einmal unseren kleinen Räucherofen einweihen.
… endet hier: Skagen. So lautet die Aussage erfahrener Segler oder Salzbuckel- wie auch immer. Nachdem man die sicherere Hafenanlage in Skagen verlässt , den weiten Weg um die Landzunge an der Nordspitze passiert hat, beginnt das Abenteuer. Es gibt sicherlich Tage, da ist das Skagerrak vergleichbar mit einem Ententeich. Es ist aber eher für seine je nach Wetterlage auftretenden schwierigen Seebedingungen aus Wind und Seegang bekannt. So haben wir sämtliche Wetterdaten studiert, abgewogen und uns in der früh um 6 Uhr auf den etwas längeren Weg an die norwegische Südküste gemacht. Die Wettervoraussage: West, Südwest drehend anfangs 3-4 steigend 5 und 1 Meter See. Das sollte mit gerefften Gross und 110% Genua gut zu meistern sein. Für die Strecke von etwa 80 sm kalkulierten wir ca. 12-14 Stunden. Soweit der Plan. Draussen erwartete uns schon eine recht frische Brise. Nachdem wir die Nordspitze Skagens passiert hatten sollte es hoch am Wind ausserhalb des Verkehrstrennungsgebietes Richtung Norden gehen. Das war nicht zu schaffen. Der Wind kam aus West mit schon bis zu 20 Knoten und die Welle betrug jetzt schon gute 2 Meter. Wir queren also das Gebiet, besprechen kurz die Situation und entscheiden ins nähergelegene Schweden abzulaufen. Keiner von uns hat Lust die nächsten 70 sm durchzubolzen. Nach Schweden sind es im besten Fall noch 25-30 sm. Bei weiter steigendem Wind und Welle die, nicht nur seemännisch betrachtet, vernünftigste Entscheidung. Glücklicherweise sind die passenden Kartensätze an Bord und wir finden eine machbare Einfahrt. Raumschots geht‘s mit bis zu 10 Knoten gen Westen. Am frühen Nachmittag laufen wir in Smögen ein. Es hätte wirklich schlechter kommen können. Ein lebendiges, touristisches Örtchen wo wir zum Glück ganz hinten, am Ende der Promenade, einen begehrten Platz direkt neben einem Felsen ergattern. Smögen ist einer der Hauptumschlagplätze der schwedischen Fischindustrie. Er besitzt einen natürlichen Hafen. Die Smögenbryggan ist ein fast 1 km langer Holzsteg der sich an Granitfelsen entlang des Hafens schlängelt. Hier liegen wir auch direkt an. Die alten Fischerhäuschen sind typisch schwedenrot und ausserhalb befindet sich ein toller Pfad entlang der vielen Felsen. Baden, wandern … was das Herz wünscht. Die nächsten Tage bleiben windig/stürmisch. Wir wettern ab, genießen einmal nichts zu tun und haben das Gefühl, langsam im Urlaub anzukommen. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön. Wir werden uns hinter den Schären versteckend weiter fortbewegen. Mal sehen, wohin. Kosterhavet wurde uns empfohlen. Da soll es sogar Schwertwale zu sehen geben. Das wäre was!