Schärenhüpfen

… gehört dazu. Wir verlassen die Kosterinsel unter Segel bei bis zu 20 Knoten Wind aus Südwest, kreuzen auf und rauschen mit bis zu 8 Knoten Fahrt Richtung Festland. Bestes Segelwetter und wenig Welle schiebt uns wieder in die Schärenwelt. Wir suchen uns ein einsames Plätzchen und machen erstmals an einer Schäre fest. Wir checken Tiefe und Abfall der Schäre via Kartenmaterial, fahren langsam an die Schäre heran und können dank klarer Sicht bis auf den Grund den geradlinigen Abfall der Schäre ausmachen. Es befinden sich zwei verankerte Augbolzen im Gestein und so kann einer von uns übersteigen und das Boot über den Bug hin festmachen. Der Rudergänger hat inzwischen den Heckanker gesetzt. Wir liegen absolut windgeschützt an einer Schäre nah Havstensund und erleben mal wieder einen wunderschönen Abend. Mit frischen Austern und Miesmuscheln. Selbstverständlich selber gesammelt. Leider ist der Himmel bewölkt und so verschieben wir einfach unsere wolkenfreie Mitsommernacht. Der nächste Tag startet erst sonnig, entwickelt sich im laufe des Tages aber in ein graues Bild und so entschliessen wir am Abend doch noch ein wenig weiterzuziehen. Frisches Obst und Gemüse einkaufen, tanken und Wasser auffüllen stehen auch auf dem Programm. Die 10 sm nach Grebestadd haben es in sich: motoren wir anfangs noch aus der Schärenwelt heraus erwartet uns auf dem wirklich kurzen Stück, zum offen Skagerrak ordentlich Welle. Während des Tages hatte sich bei 15-20 Knoten Wind eine ordentliche See aufgebaut. Diese staute sich zwischen den Schären zu einer kurzen, steilen See mit bis zu 3,5 Metern auf. Zu unserem Vergnügen auch noch längsseits. Unter Genua passieren wir die kurze Strecke von ca. 2 Meilen. Hinter der nächsten Schäre war der Spuk schon wieder vorbei und wir segeln weiter in den Hafen. In Grebestadd waren wir vor kurzem schon einmal: da war von Trubel noch nichts zu erkennen. Das war nun völlig anders: die kleinen Ferienhäuser an der Hafenkante sind bewohnt und jeder zeigt was er hat. Hafenkino pur. Wir haken unsere “to do“ Liste ab, baden noch einmal und weiter geht es in die Schärenwelt. Es ist Freitag und Start der Feiertage um Mitsommer zu spüren. 6 Meter Motorboote mit 60 PS Außenborder – noch nie haben wir solche Mengen gesehen. Wir suchen uns wieder einen wunderschönen Platz. Alleinlage längsseits an einer Schäre. Dieses Mal heisst sie Norra Lyngö. Wir fendern Sturmvogel ordentlich ab und liegen wieder herrlich windgeschützt und geniessen unsere Mitsommernacht: wolkenloser Himmel, Mückenfrei und still. Die Bilder sprechen wieder einmal für sich. Zum Thema festmachen an einer Schäre gibt es zahlreiche Berichte. Daher gehen wir hier nicht näher darauf ein aber eins sei gesagt: alles nicht so schlimm. Am besten bei Windstille einmal ausprobieren. Wobei: bei Wind liegt man eh sicher im Hafen. Wir segeln bzw. motoren am nächsten Nachmittag weiter nach Malmön. Hier liegen wir im Bohus Fischereihafen. Wunderschön entlang kleiner Fischerhäuschen welche im Sommer den Sommergästen vorbehalten sind. Wir bleiben einen Tag länger, schlafen aus genießen das erste mal Regen am Vormittag unter Deck. Selbst Lütt‘n kommt da vor 12 Uhr nicht aus der Koje. Bohus-Malmön ist eine kleine Insel (4 x 2 km) mit einer abwechslungsreichen Umgebung. Stätten von der Ära der Steinmetze wechseln sich mit Sandstränden ab. Ein Wanderweg (10km) führt durch die Landschaft. Im Yachthafen auf Malmön gibt es ein, zwei Restaurants und einen Supermarkt. Hier kann man es gut aushalten.

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