Genˋ Osten

… wieder. Der Wind steht, soweit wir vorausschauen können, kräftig gegen uns. Wieder einmal wird abgewogen: gegenan kämpfen? Kommen wir um die Ecke? Was sagt die Zeit? Wir haben zwar noch einige Wochen vor uns, möchten aber segeln und nicht nur kleine Sprünge gegenan machen um dann im Hafen festzusitzen. Kurzerhand planen wir den günstigen Wind am nächsten Tag zu nutzen und machen uns von Stavern auf zu den Kosterinseln in Schweden. Am letzten Abend in Norwegen springen wir noch einmal ins Wasser. Das musste auf jeden Fall noch sein! In der Nacht wurden wir dann noch einmal unsanft geweckt. Ein Crewmitglied des benachbarten Bootes war Nachts um 2 Uhr ins Wasser gefallen und kam mit Hilfe seines Mitseglers nicht mehr auf den Steg. Wir packen mit an und ziehen den älteren Herrn heraus. Lag es nun an dem einen Glas zuviel? Wissen wir nicht. Am nächsten Morgen schaut der Herr nur beschämt weg. Wir starten Mittags: eine flotte Fahrt bringt uns die 35 sm in 6 Stunden ins Örtchen Västra. Wir hatten schöne 10-20 Knoten Wind, reichlich See aber bei ordentlicher Fahrt ist das mit dem Sturmvogel viel Spass. Wir befahren die Kosterinseln von Süd-West kommend. Wunderschöne, rundgespülte Schären erwarten uns wieder. Der kleine Hafen in Västra befindet sich genau zwischen Nord- und Südkoster. Mit einer kleiner Seilfähre können Fussgänger in wenigen Minuten für 15SEK die Seiten wechseln. Beide Inseln sind eine Reise wert: der Nationalpark Kosterhavet ist Schwedens einziger Meeresnationalpark. Man kann wunderbar die Küsten entlanglaufen, durch zahlreiche Wälder spazieren oder auch mit Boot oder Kajak die Küsten erkundschaften. Das Schönste: die Inseln sind Autofrei. Es gibt zahlreiche Robbenkolonien. Die Strände laden zum baden ein. Für den täglichen Bedarf gibt es einen gut sortierten ICA Markt auf Süd-Koster. Gefühlt werden die Inseln von Norwegern beherbergt – aufgrund der Nähe und der günstigeren Preise nachzuvollziehen. Ob das wirklich gut ist fragen wir uns aber schon. Die wunderschönen Sommerhäuser sind für Einheimische bzw. für Schweden selber kaum noch zu finanzieren. Das erinnert uns direkt an unsere nordfriesischen Inseln vor der Haustür. Aber: wir verbringen 2 wunderschöne Tage und kommen endlich mal wieder ordentlich in Bewegung.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von SAILINGSALTWATER

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen