Katzen und Hunde

… sind auf Hirsholm nicht gestattet. Die Hirsholmene liegen wie eine verzauberte Welt im Kattegat. Sie sind die nördlichste Inselgruppe Dänemarks im Kattegat und wenn wir keine Flaute auf dem Weg in den Norden gehabt hätten, wären wir an der Inselgruppe vor Frederikshavn sicherlich vorbeigezogen. Auf dem Weg von Hals nach Norden erwischte uns entgegen aller Voraussagen kurz nach Hafenausfahrt die grosse Flaute. Unter Motor sollte das Herumdümpeln dann irgendwann ein Ende haben und wir entdeckten einen idealen Ankerplatz: Hirsholm. Unglaublich schön in der Abenddämmerung wollten wir im kleinen Hafen vor Hirsholm anlanden. Die kleine Inselgruppe ist zuerst ein Naturschutzgebiet und Vogelreservat, so dass die meisten der unbewohnten Eilande nicht betreten werden dürfen. Schon in der Hafeneinfahrt entdecken wir die Verbotsschilder für Katzen und Hunde. Somit fällt dieser Ort zur Übernachtung für uns aus. Wir drehen eine Runde und fahren hinaus weiter gen Norden. Die nächstgelegenen Häfen kommen aufgrund der Grösse oder des schon beim vorbeifahren fischigen Geruchs nicht in Frage. Glücklicherweise frischt der Wind auf und wir entschliessen kurzerhand die 15 sm nach Skagen zu segeln. Es ist schon 22 Uhr aber der Himmel ist klar, es wird nicht mehr so richtig dunkel und: Nachts kann man tatsächlich viel mehr erkennen. Die Sinne sind geschärft und so machen wir um 1 Uhr in der Nacht in Skagen fest. Bis 3 Uhr in der früh geniessen wir eine laue Nacht im Cockpit.
Skagen selber ist eine Fisch-Stadt. Der Hafen ist der größte Fischereihafen des Landes. Erschreckend grosse Fisch-Trawler sind im Hafen in Massen zu sehen. Diese riesige Maschinerie sollte einem zu denken geben und auch den Fischkonsum überdenken. Das Stadtbild wird von kleinen, ocker verputzten Häusern mit roten Ziegeldächern bestimmt. Ihre weißen Dachfugen dienten den Fischern als Landmarken. Natürlich gehen wir zur Nordspitze, vorbei an den Bunkern der deutschen Wehrmacht aus dem 2. Weltkrieg. Der Leuchtturm an der Nordspitze ist mit 46 m der zweithöchste in Dänemark und elektrisch betrieben. Die Einwohner Skagens nennen ihn auch den Grauen Turm. Am Abend bereiten wir alles für die Weiterfahrt Richtung Norwegen vor: Wind und Wetter sehen gut aus. Der Wecker wird auf 3 Uhr gestellt.

Katzenloch

… ist die Bezeichnung, aus dem niederländisch überführt, für Kattegat. Katze und Loch. So bezeichneten Seefahrer früher das berüchtigte “Meer“. Die vielen Untiefen und flache Abschnitte haben in damaliger Zeit für viele Unglücke auf See gesorgt. Dank modernster Technik und aktuellen Seekarten ist das heute kein Thema mehr. Wir starten mittags in Grenaa und haben eine schnelle, schaukelige, nasse aber sehr schöne Rauschefahrt mit bis zu 9 Knoten Fahrt und 20 Knoten Wind von Achtern. Nach ca 45 sm kommen wir in Hals an. Hier könnten wir weiter durch den Limfjord in die Nordsee. Möchten wir aber nicht. Gerne ein andern mal. Im Bistro am Hafen gibt‘s noch eine ordentliche Portion Fish & Chips für uns drei. Dann ab in die Koje. Morgen soll der Wind drehen und uns weiter gen Norden bringen.

Pläne

… kann man machen. Aber sie sind doch häufig zum Scheitern verurteilt. So wie unser Plan heute Anholt anzulaufen. Nachdem wir Samsø mit noch fast 5 nm verlassen, schläft der Wind komplett ein. Die Windfinder- und auch DWD Voraussage stimmte somit heute einmal nicht. Die Flaute nutzen wir um der kleinen Insel Hjelm einen Besuch abzustatten. Wunderschön, aber seht selbst:

Hjelm ist eine kleine, unbewohnte Insel mit 62ha. Eine kleiner Leuchtturm auf 62 m Erhöhung ist von Weitem schon zu erkennen. Es ist übrigens der erste in DK photovoltaisch betriebene Leuchtturm. In den 50ˋern wurde hier noch Kies und Geröll abgebaut und es wohnten bis zu 30 Menschen auf der Insel. Es ist unglaublich schön hier. Zurzeit brüten hier Seevögel und somit ist der Aufenthalt, gerade mit Lütt´n, nur eingeschränkt möglich. Lütt‘n nutzt die kleine Landpause ausgiebig und ist bei der anschliessenden Weiterfahrt nicht mehr aus der Hundekoje zu bekommen.

Der Wind frischt glücklicherweise wieder etwas auf und wir können die 15 sm nach Grenaa prima segeln. Mal sehen ob wir nun weiter gen Norden gehen oder doch noch Anholt anpeilen. Das wird wie fast immer das Wetter entscheiden. Zeitdruck haben wir nicht. Morgen ist Regen und viel Wind angesagt. Nach über 12 Stunden draussen in der Sonne sind wir über einen trüben Tag auch gar nicht so traurig. Es gibt ja immer genug zu erledigen. Grenaa ist sicherlich nicht der attraktivste Ort aber zum abwettern unter Deck ist das ja auch nicht nötig.

Stop

… in Kerteminde. Perfekt um in Hafennähe zu proviantieren – müssen wir zwar noch nicht, aber gegen frische Brötchen ist ja auch nichts einzuwenden. Ausserdem gibt‘s hier in der Stadt ein extrem gutes Softeis in frisch gebackenen Waffeln. Wo? Immer dem Geruch nach. Tipp: niemals die grösste Wahl nehmen. Wir hatten mit der mittleren Grösse mehr als genug.

Heute ging es dann unter sehr moderaten Bedingungen weiter nach Samsø. Hier ankern wir vorm überfüllten Hafen auf der Ostseite. Auch in Dänemark ist langes Pfingstwochenende. Deutlich zu spüren. Lütt’n hat die sehr ruhige Überfahrt genossen. Wir konnten sogar die Angel auswerfen – leider ohne Erfolg. Nun werden wir schön in den Schlaf geschaukelt bevor es morgen früh weiter nach Anholt geht.

Unter der Brücke

… durchgerutscht. Was hat Werner so schön gesagt? “Ein wenig Nervenstärke muss man schon mitbringen“. Haben wir: offizielle Durchfahrtshöhe 18 m. Unser Mast misst 16 m über Deck. Deckshöhe 1,20 m und Flaggenstock/Antenne 80 cm. Plus/Minus 1 Meter Variable: die See. Passt. Aber: beim nächsten Mal nehmen wir wieder die östliche Durchfahrt. Schont die Nerven und nebenbei darf man auch 1,5 Stunden länger segeln. Ansonsten fixe Reise ins 25 sm entfernte Kerteminde bei ordentlich Wind (5-6 bft). Zur Belohnung gab es einen kleinen Schluck aus dem Fass am Schott. Und: warme Dusche möglich 😉

Bleierndes Wasser

… heute auf der Ostsee und leider auch in unserer Bilge. Ersteres ist vernachlässigbar – wir werden sicher noch viele schöne Segeltage erleben. Außerdem beschert uns das viele schöne Spiegelbilder. Zweiteres ist unschön: gut das ein Bootsbauer an Bord ist und das Problem relativ schnell beheben kann. Schuld sind a) eine tropfende Schlauchverbindung der Frischwasserpumpe. Das ist schnell erledigt. Aber b) eine tropfende Wellendichtung an unserer 40 Jahre alten Sihi-Seewasserpumpe macht da schon etwas mehr Aufwand. Kurzerhand telefonieren wir mit dem Servicetechniker von ehemals Sihi und können glücklicherweise einen größeren Defekt ausschliessen. Ein unkompliziertes Nachziehen der Wellendichtung konnte das Problem beheben. Musste nur noch der passende Ringschlüssel verbogen werden. Das war fast die grösste Herausforderung. Morgen werden wir sehen ob die Dichtung hält. Danke Birte 🙂 Neben schönsten Ostsee-Bildern gab es heute dann noch einen ausgedehnten Strandspaziergang zur grössten Freude von Lütt‘n und Abends geräucherte Heringe vom hiesigen Fischer. Und: man mag es kaum glauben aber tatsächlich die erste warme Dusche seit Abfahrt.

Zwischenstopp

… in der dänischen Südsee. Heute ging es früh von Laboe zur dänischen Insel Strynø. Eine 3,44 qkm kleine Insel zwischen Langeland und Ærø. Ein toller Segeltag von knapp 50sm bei besten Bedingungen. Anfangs noch in Wintermontur konnten wir ab Marstal im T-Shirt segeln. Wir ankern in einer kleinen Bucht nähe des Hafens auf 3,30m und geniessen eine absolute Ruhe. Wenig Betrieb, nur ein paar kleine Fischeboote fahren umher. Strynø ist bekannt für seine Smakkejollen. Es gibt sogar ein kleines Museum das heute allerdings schon geschlossen war. So bleibt es bei einer Hunderunde mit Eis und dann zurück an Bord. Aus der Pantry gibt es einfach, aber immer gut, Bratkartoffeln und den Sonnenuntergang gratis dazu. Ach ja: auch heute nur kalte Dusche. Das zieht sich wie ein roter Faden.

Kalte Dusche

… nun sind wir seit 4 Tagen an Bord und bisher gab es nur kalte Duschen! Wahrscheinlich will man uns auf Norwegen vorbereiten. Oder abschrecken. Egal – diese Herausforderung haben wir gemeistert. Oder: Duschen wird auch überwertet.

Heute haben wir noch viele Kleinigkeiten aber auch einen weiteren wichtigen Teil dieser Reise erledigt: wir haben unser Rumfass gefüllt. Hausmischung. Und morgen geht es endlich wieder weiter!

Los!

… 14 Stunden für ca. 75 sm mit 2 Schleusen. Wartezeit jeweils eine Stunde. Insgesamt ein guter Schnitt. Wenig Regen – und wenn, dann immer in Sandra‘s Freiwache 😉 Fest in Laboe um 21 Uhr. Und: Tradition muss erhalten werden: Frutti di Mare. Schmeckt im Kanal „rauf wie runter“.