REFIT – Übernahme im November 2023

Wir übernehmen das Boot im November 2023: nach einiger Bedenkzeit, kurzer Verhandlungsphase fahren wir ein weiteres Mal zum Boot nach Rendsburg, um es in Augenschein zu nehmen. Nützt ja nichts: jetzt muss ich (Sandra) doch einmal die Leiter hinauf um auch ins Innere des Schiffes zu schauen. Ich tue mich anfangs immer etwas schwer mit der Höhe. Es sind gut und gern 4 Meter die wackelige Leiter hinauf. In der Halle, auf dem Asphalt, frei stehend. Nach einigen Anläufen hat es dann geklappt (die Motivation ist natürlich riesig!) und zukünftig fällt es mir dann auch immer leichter … .

Ganz schön hoch

An Deck bin ich erst einmal überwältigt: ein übergroßes Cockpit , zweigeteilt. Einmal für den Rudergänger (Steuerradgänger? Hmm … ) und davor für die Crew. Eine 1A Sprayhood in guter Qualität, Instrumententafeln … .

Erst einmal ein Gang über Deck: riesige Winschen, schönes Teak, breites Laufdeck, 2 Rollanlagen (noch kein Kutterstag), einige Decksluken und Lüfter.

Unter Deck: über die große Motorkiste geht’s hinein. Schon mal prima: der Motor ist somit von allen Seiten gut zugänglich. Es handelt sich hierbei übrigens um einen Mercedes OM615. Carsten beschließt: ich werde die Motorenfrau. Schauen wir mal …

Naviecke an Backbord und große Pantry mit Kühlschrank, Doppelspüle, Gasherd und Ofen an Steuerbord. Achtern 3 Gästekojen oder zukünftig eine Hundekoje und eine Gästekoje für zwei.

Mittschiffs Salon mit ausreichend Platz auch hinter den Rückenlehnen (Dank IOR Bauch), zukünftig Platz für den wärmenden Ofen, dann folgen zwei Bäder mit jeweils einer Toilette und in einem Bad mit Dusche.

Im Bug dann die Doppelkoje. Überall viele Staumöglichkeiten.

Auf den ersten Blick aufgeräumt und etwas in die Jahre gekommen. Modernisierungsstau. Machbar.

Übernahme im November 2023

Erste Bestandsaufnahme

Die erste, größte Aufgabe liegt vor uns: bei der Fahrt in das Winterlager ist durch eine defekte Abgasanlage das Kühlwasser, sprich Seewasser, ins Boot gepumpt worden. Anscheinend sind einige Meilen so vergangen. Das hat dafür gesorgt, dass die Abgase einmal durchs Boot und schlimmer, das Kühlwasser schön die Bilge samt Motorölwanne geflutet hat. Das Boot wurde samt Bilgewasser hoch und trocken abgestellt. Und nun kommen wir daher: was für eine Sau-Arbeit.

Erst einmal pumpen wir gut 300 Liter in Kanister ab (wohl gemerkt Leiter rauf, Leiter runter). Anschließend folgt in tagelanger, mühevoller Arbeit die erste grobe Reinigung mit Spachtel, Bürsten, Windeln, Kaltreiniger, Wassersprühflaschen. Wohlbemerkt: der Nasssauger ist unser bester Freund. Viele kleine Kanister für die Entsorgung dieses Öl-Dreck-Ekel-Gemisches entstehen. Es kommt tatsächlich eine graue Bilge zum Vorschein!

Es wird

Aufräumen und Ausräumen im Januar 2024

Nach der ersten Säuberung folgt das auf- und ausräumen. Wir entfernen alle kreuz und quer durch die Bilge verlegte Schläuche, bauen die 2 Wassertanks aus um darunter reinigen zu können. Der Motor wird angehoben um auch dort ordentlich zu reinigen und alle alten Verbindungen auszubauen. Die Navi-Ecke wird aufgeräumt und von allen zum Teil brandgefährlichen Kabeln befreit.

Motor hoch
Naviecke
Ausbau Wassertanks

Die Wassertanks gehen direkt zum Schlosser: zukünftig sollen beide getrennt betrieben werden.

Wir entsorgen die Polster, finden noch die ein oder andere Rarität und beenden unsere Wasserschlacht im Boot. Innen geht es nun später weiter. Es wird Zeit das Unterwasserschiff vorzubereiten.

Nur ein Teil der Schläuche
Immer dabei und Wächter über alles: Lütt’n

Erste Arbeiten am U-Schiff Februar 2024

Mit der Lackfräse werden diverse Schichten abgetragen. Im nächsten Schritt Grob- und dann Feinschliff. Wir bauen die ersten Durchbrüche aus, ziehen die Welle und Propeller.

Entfernen vom Wasserpass
Markierungen helfen beim schleifen
Untergrund für den Übergang Wasserpass

Einige Stellen am U-Schiff müssen trocknen bevor wir mit einer Beschichtung beginnen. Die Holzfeuchte sollte dafür nicht mehr als 14% betragen. Grundsätzlich ist das U-Schiff in einem guten Zustand. Den Kielflansch werden wir profilaktisch laminieren.

Weiter geht‘s …

während Carsten sich um das Freibord kümmert: schleifen, schleifen,schleifen … geht es mit der Reinigung unter dem Motor weiter. Die Ölwanne schneide ich auf und komme nun auch an die Stellen, welche sonst nicht zu erreichen sind. Immer noch eine Sau-Arbeit. Aber jetzt sollte auch der Rest an Öl/Schmier Gemisch entfernt sein.

Reinigung unterm fliegenden Motor

Anschließend baue ich dann die Handläufe ab und öffne eine weitere Baustelle. Wir kannten die rotte Ecke und entdecken: hier wird nicht zum ersten Mal repariert. Hat vorher sichtlich nicht funktioniert.

… das wird wieder schön ☺️

Inzwischen ist Carsten fertig, hat auch Badeleiter und weiteres abgebaut. Die Farbe ist gruselig:

… wie sie wohl zukünftig wird?

Außerdem haben wir heute einen Liegeplatz in Rendsburg reserviert. Nach Ostern werden wir unseren Sturmvogel hierher verlegen: der Krantermin für unsere S&S im Juni steht und somit: alle Hände bis zu diesem Tag voll zu tun. Damit entfällt die tägliche Fahrerei, immerhin knapp 3 Stunden jeden Tag. Von den Kosten und Nerven einmal ganz zu schweigen. Lütt’n und Carsten ziehen sozusagen erstmal um und ich komme regelmäßig zur Kontrolle vorbei 😉 …

Unser Plan, die S&S schnellstmöglich nach Hause zu holen bleibt also bestehen.

Ein neuer Name steht auch schon fest, die Farbe für die Aussenhaut ist auch schon geliefert . Bleibt gespannt ☺️

Fleißig…

zwischen anderen Boots-Projekten und dem nine to five Job schafft Carsten es das Freiboard zu bearbeiten. Erstmal werden wir als Gerüstbauer aktiv: einen Teil konnten wir uns leihen (DANKE!) und einen Teil haben wir günstig über Kleinanzeigen gekauft. Was für eine Schufterei:

30 Meter einmal rum …

Dann folgt spachteln, schleifen, spachteln, schleifen … und endlich der erste Anstrich.

Dummerweise wurde uns die falsche Farbe (matt) geliefert – also wieder schleifen.

… und nochmals schleifen
Geschliffen

Kurzerhand organisieren wir uns neuen Lack und der erste Anstrich wird vollzogen:

Spieglein, Spieglein an der Wand …

Kann sich schon sehen lassen, oder?

Der erste Anstrich

Am nächsten Tag heißt es dann: zweiter Anstrich 😊

U-Schiff…

trocknen. Dazu porkel ich alte Spachtelmasse und Proppen heraus. Gezählt habe ich sie nicht, waren aber ganz schön viele.

Und alles wieder runter…

schleifen. Es wird wieder matt:

schleifen, schleifen, schleifen …
… und puzzeln

Wir verholen bei bestem Wetter unseren Sturmvogel um den Arbeitsweg für Carsten möglichst kurz zu halten. Außerdem ist es wesentlich günstiger und Lütt’n kann auch mit. Ist ja auch ein bisschen wie Urlaub. Zumindest nach 19 Uhr: länger darf man hier im Winterlager nämlich nicht arbeiten. Lütt’n genießt das Leben an Bord. Wenn es nach ihr ginge könnten wir direkt Vollzeit auf dem Boot leben 😊

angekommen in Rendsburg Eider Marina

Weiter geht es mit den Farbarbeiten im Freibord. Vorab schon einmal ein paar Eindrücke:

… spontan fällt mir dazu Orca ein 🤔

… still in progress.

Ich bekomme die Bilder von Carsten zugesandt. Kann es kaum erwarten nächste Woche selber einmal in live zu sehen!

Long time no see …

ganze 2 Monate verbleibt unser Sturmvogel in Rendsburg um die Fahrerei zur Liese auf ein Minimum zu begrenzen. Carsten verbringt größtenteils die Zeit mit Lütt´n vor Ort alleine. Sandra dann die Wochenenden bzw. knapp 2 verregnete und kühle Urlaubswochen. Passt. Wir haben eine Menge geschafft. Aber der Reihe nach.

Nachdem Freibord erst einmal fertig ist, muss das Gerüst wieder weichen. Das ist fix erledigt und verstaut im Anhänger. Anschließend wird dann unterhalb des Wasserpasses mit der U-Schiff Beschichtung begonnen. Erst einmal „nur“ gute 40 cm rundherum. Warum? Die Stützen müssen für die restliche Beschichtung versetzt werden. Soll ja überall ordentlich werden! 7 Anstriche insgesamt. Was genau wir da aufgetragen haben liest du weiter unten ….

img_1806

Die Stützen sind hier schon versetzt.

Bugstrahlruder …

brauchen wir das? Der Zustand macht uns die Entscheidung nicht leicht: erst einmal müssen die beiden! Motoren raus. Zeitlich ist es nicht zu schaffen bis zum dato geplanten Krantermin (11.06.) diese beiden fit zu bekommen. Im Sturmvogel haben wir nie welche besessen und denken momentan auch das wir sie nicht benötigen werden. Aber man weiß ja nie: wir halten es uns offen, bauen alles zurück und verschließen die Durchbrüche so, dass sie leicht wieder geöffnet und genutzt werden können. Die beiden Motoren sind unglaublich schwer. Wir werden sie auf jeden Fall überholen und dann, nach unseren ersten Törns, entscheiden.

Hier hatte sich sogar zwischenzeitlich jemand eingenistet 🪺

Schraubenlöcher …

gibt es so an die 500 Stück im U-Schiff. Ich kenne sie alle. Der Polyesterspachtel mit dem die Löcher abgespachtelt waren, wurde entfernt. Alle Bronze-Schrauben wurden gegen Edelstahl-Schrauben ausgetauscht, es wurde gesenkt und selbstgefräste Mahagoniproppen mit eingedicktem Epoxidharz eingesetzt. Danach hieß es natürlich wieder: schleifen.

3 kg Bronze-Schrauben

Laminierarbeiten …

das die Liese ein wenig in die Jahre gekommen ist und lange nichts gemacht wurde, ist nicht zu übersehen. Gegen ein komplettes Einpacken des Unterwasserschiffes haben wir uns entschieden. Trotzdem wollen wir bestimmte Bereiche zusätzlich stabilisieren und weiter schützen. Das Holz konnte gut abtrocknen. Wir können laminieren!

Carsten laminiert Kielnaht, Vorsteven, Heckbalken, Stevenrohr und Wellenbock.

Vorarbeiten: spachteln und schleifen
🦆
Fertig für die Beschichtung

Unterwasserschiffbeschichtung …

langes Wort. Aber fast noch zu kurz für die Arbeit, die dahinter steckt. Ich muss allerdings auch sagen: das Auftragen der einzelnen Beschichtungen empfand ich fasst meditativ. Das anstrengende waren definitiv die Vorarbeiten. Die wenigen Bilder hier können es nicht wiedergeben.

Jedenfalls sieht die Beschichtung der Liese nun folgendermaßen aus:

Einen satten Anstrich Clear Harz (Epoxy). Innerhalb des Überstreichintervalls mit Epoxy Protect noch einige Stellen mit Filler abgespachtelt und leicht geschliffen. Anschließend dann 4 Anstriche Protect und 1 Anstrich Epoxy ZNP Primer. Zum Schluss eine biozidftreie Antifoulling. Mitschnitt von den Arbeiten sind bei uns bei Instagram als Video zu finden.

Erster Anstrich
Genaues Abmischen
nochmal fein abspachteln
Balast abschleifen
Jetzt einmal schwarz
Immer die Zeit im Blick
Dann einmal rot
rotbraun … auch nicht schlecht
Übergang schön ankleben
ZNP Primer
… wäre gelogen, wenn wir nicht schon froh wären, fertig zu sein
AF ist drauf
ist ja schon chic 🤩

Wir haben es geschafft und sind super glücklich und zufrieden.

Beschichtung zum nachlesen
Müll (Werbung/unbezahlt)

Erschreckend ist, was an Müll zusammenkommt. Und das hier sind nur die leeren Dosen aus dem U-Schiff Bereich. Segelsport ist wahrlich kein umweltfreundliches Hobby. Aber wir sind sehr bemüht so wenig wie möglich zu hinterlassen. Leider geht es nicht ganz ohne Chemie und giftigen Stoffen. Auch bei unserer biozidfreien AF machen wir uns nichts vor.

Krantermin …

wird verschoben. Nach einigem hin und her gönnen wir der Liese 2 weitere Monate im Trockenen. Es sind noch essenzielle Arbeiten am Deck zu machen. Dafür bekommt sie dann eine temperierte Einzelhalle 🤩 und kommt erst Ende August in den Kran. Langweilig wird es uns bis dahin nicht werden!

Was sonst noch geschah …

es haben noch allerhand andere Dinge in den letzten Wochen stattgefunden. An der Liese und auch ein wenig privat. Ja, das gibt es tatsächlich auch noch:

Classic Week 2024
Die Ariel auf der Schlei
Fischbrötchen in Flensburg zwischen den Überstreichintervallen
Baum „entkernen“
Ruderblatt ausbauen
Alte Polster entsorgen
Überzüge reinigen und reparieren

… und sicher noch einiges mehr. Davon dann beim nächsten Eintrag 💚

Lange nichts aktualisiert …

… hier auf dieser Seite. Im Hintergrund ist aber doch so einiges passiert. Wir haben weiter ausgebaut, gereinigt, geschliffen, gemalt und lackiert. Sind mit dem Boot auf dem Gelände von der Winterhalle in die Sommerhalle und wieder in die Winterhalle und, ja, wieder in die Sommerhalle gezogen.

Umzug

Ein paar Eindrücke was wir schon geschafft haben:

schleifen, schleifen, schleifen …

Die Bilge unter den Wassertanks wird weiter aufbereitet:

Die Wassertanks wurden überarbeitet und können wieder an Bord. Der Salontisch geht von Bord.

Mast, Baum und Segel wurden gesichtet, Beschläge abgebaut, geschliffen, wieder aufgebaut und lackiert.

Inzwischen strahlt der Mast schon wieder. Bilder folgen.

Das Ruder wird repariert und unser Teakdeck erhält ein komplettes Refit. Alle Proppen und Schrauben raus:

Inzwischen sind auch alle Beschläge ab – natürlich mussten dafür sämtliche Einbauschränke und Deckenverkleidungen ausgebaut werden. Die Fenster und Luken sind ausgebaut. Bilder haben wir vor lauter Schrauberei noch gar nicht wieder gemacht 😅 folgen aber.

In der freien Zeit widmet Sandra sich dann schon einmal den neuen Polstern. Eine genauere Angabe wird’s in einer eigenen Rubrik geben aber hier schon einmal ein erster Eindruck:

Nähen mit Ausblick 🗺️

Die nächsten Wochen sind gefüllt mit einer fetten to do Liste: Decksreparatur, Durchbrüche setzen, Teakdeck, Ruder, Motor. Dann soll es endlich ins Wasser gehen.

Skeg und Ruder …

sind fällig. Beziehungsweise waren fällig: das Holz hatte nun in den 1,5 Jahren ausreichend Zeit zu trocknen. Das Ruder wurde schon vor einigen Wochen repariert und nun ist es langsam an der Zeit, Skeg und Ruder wieder aufzubauen. Es wird geschliffen, Epoxy angerührt, geklebt, gerollt, gespachtelt, geschliffen … bis endlich der selbe Aufbau wie im Unterwasserbereich aufgetragen werden kann. Zwischendurch testen wir, ob alles noch passt: sitzt 👍 Das sollte dann die nächsten Jahre halten. Nasses Skeg und Ruder sind nun passee.

Nebenher wird der Baum vorbereitet: alles demontieren, abziehen, schleifen, primern, Filler (alles natürlich mehr als 1x) und demnächst dann einige Schichten Lack:

… wenn nur alles so schnell gehen würde 😉

Zwischendurch werden Bestellungen aufgegeben, nochmal schnell nach HH oder Kiel um diese abzuholen. Ab und zu nach Hause um die Waschmaschine zu betätigen oder zu schauen, was die Zucchiniernte macht 😅 Privat bleibt momentan auf der Strecke aber wir nähern uns dem Ziel und zwischendurch gönnen wir uns auch mal ne kleine Abwechslung und Auszeit:

Update wieder einmal …

was in den Sommermonaten geschafft oder angefangen wurde.

Das Ruder und Skeg sind repariert und einsatzbereit. Alles verstärkt für den Einsatz der nächsten Jahre.

Die neue Welle sitzt:

Dieseltank ausgebaut. Dabei müssen wir feststellen das dieser seine beste Zeit schon lange hatte … Motor runter vom Fundament zur Generalüberholung. Bilge reinigen, schleifen, streichen.

Achterlast gereinigt, geschliffen und gestrichen. Dabei kann man schon ganz schöne Gesichter ziehen 😅

Das Schöne bei dieser Sch… Arbeit daran ist ja: hier sieht man ein Ergebnis!

Auf Deck sind alle Beschläge ab. Teak Proppen sind vorbereitet. Die Schrauben sind draußen, alle Schraubenlöcher gesenkt und die alten Gumminähte werden entfernt. Die neuen Proppen werden eingesetzt, Überstand abgeschnitten und wieder schleifen, schleifen … Das schreibt und liest sich schnell, gedauert hat es deutlich länger.

Als nächstes dann das vergießen des Decks. Dazu dann aber beim nächsten Mal mehr. Hier noch ein paar Eindrücke …